Hingabe

„Mit einem Mal stand alles fest. Und Linda begriff, dass das Leben wichtige Entscheidungen ohne Rücksprache traf. Man wurde nicht gefragt. Die Freiheit des Menschen bestand in der Möglichkeit, sich zu widersetzen, um auf diese Weise wenigstens für das eigene Unglück verantwortlich zu sein. Aber Linda zog es vor, dem Schicksal zu gehorchen und glücklich zu werden.“ (aus: Unterleuten, Juli Zeh)

Es gibt, glaube ich, verschiedene Arten zu lernen, dem Leben zu begegnen. Zum Beispiel über Widerstand, zum Beispiel über Hingabe.
Ersteres – wir haben einen Plan, Vorstellungen davon, wie die Dinge sind, wie wir sind, wie alles funktioniert. Und versuchen uns damit durchzuwurschteln. Schwierig wird es, wenn das, was da ist, nicht passt zu Plänen, zu so-sind-die-Dinge oder so-bin-ich. Wir neigen dazu, dann, in den Widerstand zu gehen, zu kämpfen, mit dem Kopf gegen Wände anzurennen; warum-geht-das-nicht, warum-immer-ich?
Zweiteres – vielleicht: das-was-da-ist wahrnehmen, vor den Plänen und dem Sofunktioniertdas, es spüren, schauen, was es sagen möchte, und dann, irgendwann, vielleicht handeln oder annehmen oder oder.


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